accessBlog

News mit dem Tag »Hilfsmittel«

23 Jun 2008

Die wöchentliche Accessibility-Debatte.

Teil 1 – die Theorie:

Teil 2 – die Praxis:

17 Apr 2008

Ungemein Praktisches für den täglichen Gebrauch im Weballtag:

11 Mär 2008

Barrierefreiheit jenseits des Browsers:

22 Feb 2008

…und jetzt auch zum mitlesen: den ausgesprochen lehrreichen Film »Wie bedient ein seh­behin­derter oder ein blinder Mensch das Web?« des Instituts für Medi­zinische Lehre der Uni Bern gibt es jetzt auch mit Unter­titeln und Audio­des­kription. Damit ist das Video auch für Blinde als Hörfilm, für Gehörlose, sowie für alle Menschen, die die Schweizer Umgangs­sprache nicht verstehen, dank der Unter­titel zugänglich. Eine Auswahl der verschiedenen Varianten findet sich auf den Seiten des Usability-Labors der Uni Bern.

In dem Film zeigen Thomas Lanter, sehbehinderter Accessibility-Spezialist bei der Stiftung ›Zugang für alle‹ mit der Lupen-Software ZoomText und Jürg Cathomas, blinder IT-Spezialist des Schweizerischen Blinden- und Seh­behin­derten­verbands mit dem Screenreader JAWS, wie barriere­frei nutzbare Web-Angebote aufgebaut sein sollten.

13 Feb 2008

06 Feb 2008

Seit ungefähr zwei Jahren entwickelt die Web Accessibility Initiative des W3C an der WAI-ARIA-Reihe, von der nun ein neuer Entwurf vorgelegt wurde. ARIA steht für »Accessible Rich Internet Applications« und soll als Interims-Lösung dafür sorgen, dass Web-basierte Applikationen für die Hilfsmittel behinderter Nutzer zugänglicher werden.

  1. WAI-ARIA Primer ist ein neues Dokument, in dem die Hintergründe und Lösungsansätze der Spezifikation erklärt werden;
  2. Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) Version 1.0, der aktuelle W3C Working Draft vom 4 Februar 2008, in dem die bisher getrennten Entwürfe für ›Roles‹ und ›States and Properties‹ kombiniert werden;
  3. WAI-ARIA Best Practices beschreibt, wie Entwickler heute schon zugängliche Web-Anwendungen schreiben können.

Die Arbeitsgruppe bittet um Kommentare bis zum 3. März 2008, spezifische Fragen finden sich in den o.g. Dokumenten jeweils im Abschnitt »Status of This Document«.

Den besten Einstieg in das gesamte Thema bekommt man beim W3C: »WAI-ARIA Overview« oder in diesem Artikel von Martin Kliehm: »Accessible Web 2.0 Applications with WAI-ARIA« bzw. in der deutschen Übersetzung: »Barrierefreie Web 2.0 Anwendungen mit WAI ARIA«. Woran es zurzeit noch (insbesondere von Seiten der Hilfsmittel her) hapert beschreibt ein Artikel von Steve Faulkner: »AJAX and Screen Readers - Content Access Issues«.

30 Jan 2008

Unsere anfängliche Begeisterung für Microformats ist schon vor einiger Zeit der Ernüchterung gewichen, nachdem wir uns verschiedene Muster mal im Screenreader angehört hatten. Trotz der vielen Möglichkeiten, Dokumente mit Bedeutung und Funktion anzureichern bleibt nach wie vor ein grundlegendes Problem: die Art wie das Element für Abkürzungen eingesetzt wird führt dazu, dass je nach Einstellungen im Screenreader ein vollkommen unverständlicher Zahlen- und Buchstabensalat vorgelesen wird.

Leider hat sich die Microformats-Community als weitestgehend therapieresistent gezeigt und sämtliche Verbesserungsvorschläge abgebügelt – trotz zahlloser Test Cases, in denen die Unbrauchbarkeit nachgewiesen wurde.

Ein Artikel, der die ganze Problematik aufzeigt (hAccessibility von Bruce Lawson und James Craig) ist nun von Michael Jendryschik ins Deutsche übersetzt worden: »hAccessibility« – bevor Sie Microformats unbedacht einsetzen empfiehlt sich die dringende Lektüre!

In die ähnliche Richtung geht ein neuer Artikel von Mike Davies im YUI-Blog, der sich der Problematik von leeren Links in Screenreadern annimmt: »Empty Links and Screen Readers«. Hier geht es um das include pattern, mit dem sich Daten in Seiten einfügen lassen, ohne dass diese als (unnötiges) Duplikat vorliegen.

Auch hier zeigt sich wieder das gleiche Problem: in Ermangelung von Inhalten oder Alternativen machen sich die getesteten Screeenreader wie üblich von alleine auf die Suche nach irgendwas zum Vorlesen und geben im Ernstfall den kompletten URL des leeren Links aus. Daher empfiehlt sich auch hier ganz dringend, die Empfehlungen am Ende des genannten Artikels beim Einbau von Microformats zu beherzigen.

28 Jan 2008

Bekanntlich haben ca. 8 Prozent aller Männer auf diesem Planeten die eine oder andere Form der Farbfehlsichtigkeit, weswegen die BITV hierzu gleich zwei Bedingungen (2.2 und 2.3) hat. Nun gibt es für den Firefox-Browser eine Erweiterung, die Farben von Texten und Bildern so verändert, dass die für bestimmte Formen der Fehlsichtigkeit problematischen Farben besser wahrgenommen bzw. differenziert werden können: ColorBlindExt Firefox Add-on. Das ganze benötigt neben satt RAM zusätzlich auch noch Java für die Filterfunktionen und tut's nur unter Windows.

22 Jan 2008

Im Blog der Sicherheits-Firma Sophos wird von einem Schädling berichtet, der Screenreader-Software für blinde und sehbehinderte Computernutzer abschießt. Das Problem konnten die betroffenen Nutzer offenbar schnell einkreisen: Für den eingesetzten populären Screenreader JAWS hatten die Anwender einen Crack aus dem Netz geladen und installiert. Dieser Crack hatte jedoch neben der Patch-Routine, die JAWS auch ohne gültige Lizenz lauffähig macht, einen Schädling im Gepäck.

Die ganze Meldung bei heise: »Schädling greift Screen-Reader-Software an«.

11 Dez 2007

Die Accessibility Interoperability Alliance ist ein neuer Zusammenschluss von IT-Firmen und Herstellern von Computer-Hilfsmitteln. Besonders sinnvoll finden wir das Vorhaben, gemeinsame oder zumindest miteinander kompatible Schnittstellen für die Kommunikation von Anwendungen mit assistiven Werkzeugen zu entwickeln.

Bisher hat ja bekanntlich jede Plattform ihre eigenen Schnittstellen (wie IAccessible2, MSAA oder UIAutomation) und es ist noch lange nicht sichergestellt, dass das, was der eine Screenreader vorliest, beim nächsten Screenreader nicht ›verschluckt‹ wird. Dazu will man an einer gemeinsamen Unterstützung der Accessible Rich Internet Applications Suite (ARIA) des W3C arbeiten, Tastatur-Shortcuts vereinheitlichen, u.v.m.

Mehr dazu in der Pressemitteilung der AIA: »Accessibility Interoperability Alliance Press Release« und bei Andrew Kirkpatrick von Adobe: »Introducing AIA«.

05 Dez 2007

Unbedingt ansehen: »Wie bedient ein sehbehinderter oder ein blinder Mensch das Web?«. Ein Film zur Weiterbildung von Dozenten und Lehrern der pädagogischen Hochschule Zentralschweiz mit dem Lerninhalt »Usability und Accessibility«, produziert vom Usability Lab des Instituts für Medizinische Lehre an der Uni Bern. Darin zeigen Thomas Lanter, sehbehinderter Accessibility-Spezialist bei der Stiftung ›Zugang für alle‹ und Jürg Cathomas, blinder IT-Spezialist des Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverbands, wie barrierefrei nutzbare Web-Angebote aufgebaut sein sollten.

Länge des Films: 17:24 Minuten, für Windows Media Player ( .wmv, 160 MB) oder als MPEG für alle anderen Abspielprogramme (.mpg, 207 MB).

30 Nov 2007

Queerbeet zu allem was uns in dieser Woche zum Thema über den Bildschirm gelaufen ist:

Passend zum letzten Link eine interessante Analyse, die wir via Mel Pedley (Text Sizes and Screen Resolution) fanden: »A survey of Browser Text Size settings«. Meßergebnis: 99,7% der gemessenen Nutzer belassen es bei der im Browser Internet Explorer voreingestellten mittleren Schriftgröße; die verbleibenden 0,3% verteilen sich auf 0,2% mit größerem Schriftgrad und 0,1% mit browserseitig verkleinerter Schrift. Nutzer mit sehr geringen Bildschirm-Auflösungen (sprich: 640×480), aber auch Nutzer am anderen Extrem (sprich: 1600×1200 und höher) haben mit doppelt so hoher Häufigkeit an der Schriftgröße im Browser gedreht.

Nachtrag: »Screen Resolutions and Aspect Ratios Worldwide«.

19 Nov 2007

Vom 17. bis zum 24. November findet in der Berliner Ufa-Fabrik das Stadtfestival Netd@ys unter dem Motto »Fit für globale Perspektiven« statt. Die Schwerpunkte sind Berufsorientierung, Zukunftsperspektiven, Lernen mit neuen Medien.

Am Donnerstag informiert hier der Verein kommhelp e.V. über neue, kostenlose Programme und Möglichkeiten, mit denen auch schwerstbehinderte Menschen den Computer als Kommunikationshilfe nutzen können. Kommhelp ist seit 1989 in der Entwicklung, Breitstellung und Unterstützung von Computer-gestützten Hilfsmitteln für Menschen mit Behinderungen aktiv. Eine Folgeveranstaltung über »Schreiben ohne Tastatur und Maus« ist für Dezember geplant.

Die Zeit der teuren Eingabehilfen für Behinderte scheint zu Ende zu gehen. An mehreren Universitäten wird an Software-Lösungen gearbeitet, die eine Computersteuerung nur mit Gesten, also ohne Tastatur und Maus erlauben. Um einen Rechner nur mit dem Kopf zu steuern, braucht man nicht mehr als eine Webcam und freie Software aus dem Internet. Während kommerzielle Lösungen leicht mehrere tausend Euro kosten, erhält man eine gute Webcam schon für unter 50 Euro.

Wir informieren auf den Netdays am 22.11. über neue Software, die auf den Web-Seiten der Universitäten Cambridge, Boston und Budapest zum Download bereitsteht. Statt den Preis eines Kleinwagens für ein Kommunikationssystem zu bezahlen, können behinderte Menschen mit Freeware zum Nulltarif das gleiche erreichen, so Dr. Julius Deutsch. (bei kobinet abgeschrieben)

15 Nov 2007

Charles L. Chen, bekannt durch die Firefox-Erweiterung Fire Vox und mittler­weile bei Google angestellt (wie alle Entwickler, die nicht bei Yahoo! arbeiten), hat eine Java­Script-Bibliothek namens AxsJAX vorgestellt, mit der sich die Accessi­bility-Features von WAI-ARIA in Web-basierten Appli­kationen nutzen lassen.
T.V. Raman, bekannt durch Emacspeak und mittlerweile auch bei Google angestellt (wie alle Entwickler, die nicht bei Yahoo! arbeiten), erklärt im Google Code Blog die Hinter­gründe: »Introducing AxsJAX -- Access-Enabling AJAX«.

ARIA steht für Accessible Rich Internet Appli­cations und ist vom W3C als Interims­lösung gedacht, um Hilfsmitteln den Zugang zu Interface-Elementen zu geben, die bisher im HTML-Standard nicht vor­gesehen sind. Dazu gehören echte Menü­strukturen, erweiterte Bedienelemente wie z. B. Schiebe­regler, aber auch Methoden um Nutzer auf Änderungen in einer Seite Applikation hinzu­weisen (sog. Live Regions).

Benötigt wird ein halbwegs moderner Web-Browser wie Firefox ab 1.5 (besser noch 2.0) und aktuelle Versionen von Hilfs­mitteln (bei Screen­readern sind dies z. B. Window Eyes ab Version 5.5 und JAWS ab Version 7.1). Eine Übersicht, welche ARIA-Rollen (engl.: roles) bzw. Eigenschaften (engl.: properties) aktuell mit welcher Hilfs­mittel-Browser-Kombi­nation funktio­nieren finden Sie bei developer.mozilla.org: »Supported roles«.

Installiert wird AxsJAX entweder als Bookmarklet (einfach in die Lese­zeichen-Leiste ziehen) oder über die Grease­monkey-Erwei­terung in Firefox. Testen kann man auch ohne Screen­reader mit der bereits erwähnten Fire Vox-Erweiterung.

Ob man allerdings einen Standard implemen­tieren sollte, der noch in der Ent­wicklung ist (und sich daher noch grund­legend ändern kann), muss jeder für sich selbst ent­scheiden. Neben vielen anderen Baustellen kann sich die HTML-Arbeits­gruppe zurzeit ja noch nicht mal entschliessen, ob es aria:, aria- oder aria_ heissen soll. Die Chancen liegen also bei 66%, dass man sich als Ent­wickler für das Falsche entscheidet und dann hinter­her alles wieder ändern muss.

Nachtrag: eine gute Erklärung gibt es jetzt auch bei Gez Lemon: »The AxsJAX Framework for ARIA«

12 Nov 2007

Nick Smith mit einer möglichen Lösung für das Problem, dass Screenreader je nach Bauart und Version Telefon­nummern und ähnliches gerne mal als zwei­hundert­acht­und­achtzig­millionen… vorlesen: »Does your screen reader read phone numbers properly?«. Leider mit etwas sinn­freiem und zusätzlichem Markup, aber solange nie­mand wirk­lich ernst­haft Aural CSS unter­stützt geht's wohl nicht anders.

Eva Papst macht sich lesens­werte Gedanken, ob einfach nur ›Zugänglich‹ reicht oder ob bei zunehmender Komplexität von Web-Inter­faces die Gebrauchs­tauglich­keit nicht eine wichtigere Rolle spielt: »Der K(r)ampf mit AJAX«.

Jim Thatcher, Autor des nach wie vor besten Buches zum Thema Web Accessi­bility, hat sein aus dem Jahr 2001 stammendes Tutorial zur Umsetzung der ameri­kanischen Section 508 (vergleichbar der deutschen ) grund­legend über­arbeitet: »Section 508 Web Accessibility Tutorial is Updated - Finally«.

Aaron Cannon sinniert darüber, dass Barriere­freiheit strikt nach Vor­schrift das beste Rezept für ein Desaster ist: »The Accessi­bility Cookbook: a Recipe for Disaster«.

Eher komisch ist die Ver­öffent­lichung eines Tutorials zur Zugäng­lich­machung (sagt man das so?) von Frames just in dem Augen­blick, wo kein Mensch mehr ernst­haft neue Seiten mit Frames baut und User Agents mittler­weile sogar dazu über­gehen, Frame­sets als eine einzige HTML-Seite zu behandeln: »Webtest 1×1: In The Name Of The Frame«.

Mit der Veröffentlichung von Mac OS X 10.5 Leopard ist auch der eingebaute Screenreader komplett überarbeitet worden (wir berichteten). Deswegen:

Nachtrag: »Voiceover HTML navigation updates«

02 Nov 2007

Die brücken­tags­taugliche Kurz­über­sicht, diesmal zum aktuellen Zustand der Hilfs­mittel-Branche mit besonderem Augen­merk auf Screenreader:

29 Okt 2007

Nachdem nun alle schon mal über das neu erschienene MacOS X 10.5 Leopard gebloggt haben wollen wir auch mal. Selbst ausprobiert haben wir es noch nicht, aber was man so im Netz über die Verbesserungen im Bereich barrierefreie Nutzung liest hört sich schon gut an.

So lässt sich das System auch direkt mit einer Braillezeile auf einen nackten Rechner installieren. Wenn das System dann läuft werden gängige Braillezeilen automatisch erkannt und konfiguriert. Drei wichtige Neuerungen gibt 's auch beim eingebauten Screenreader VoiceOver. Die hörbarste ist die neue (englische) Stimme »Alex«, die sich wirklich so anhört als hätte man einen menschlichen Vorleser vor sich sitzen (inklusive hörbaren Atemgeräuschen am Satzende). Der ganze Bereich Tastaturbedienung wurde überarbeitet, um den Umstieg von Konkurrenzprodukten zu vereinfachen, und die Voreinstellungen lassen sich nun auch auf einen USB-Stick speichern, um damit an andere Rechner zu gehen. Weitere Infos bei ATMac (Assistive Technology for Mac OS X Users).

Wer mehr erfahren will: am Mittwoch, den 31. Oktober um 13 Uhr amerikanischer Ostküsten-Zeit gibt es bei Apple einen Webcast mit Mike Shebanek, Senior OS Product Marketing Manager, in dem die Accessibility-Features von Mac OS X Leopard vorgestellt werden. Weitere Infos dazu bei Macenterprise.org.

17 Okt 2007

Schon seit der Version 0.8 ist der W3C-Validator nicht mehr ganz so designfrei und viel benutz­barer. Seitdem sind hinter den Kulissen weitere Verbesserungen hinzugekommen und auch die neueste Version 0.8.2 hat wieder ein paar Bugs weniger. Ein Bugfix ist insbesondere für Screenreader-Nutzer von Bedeutung: ab sofort sind die versteckten Optionen (More Options) auch tatsächlich versteckt und man muss sich nicht mehr durch eine ellenlange Liste von For­mular­ele­menten durchtabben, wenn man sie nicht braucht. (via)

Nachtrag: Validator S.A.C. (Stand Alone Complex) ist eine Version des W3C-Markup-Validators in Form einer eigenständigen Applikation für Mac OS X (Download, Packungsbeilage). Alternativ kann man das ganze auch unter dem lokalen Apachen laufen lassen und im hausinternen Netz als Dienst zur Verfügung stellen. (via)