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News mit dem Tag »Flash«

Auf der zur Zeit in Austin, Texas stattfindenden SXSW-Konferenz macht sich James Craig Gedanken darüber, wo die Verantwortung der Seitenbauer endet, und wo die des Benutzers anfängt: User Responsibility for Web Accessibility (or »Gimme back my pixel font sizes!«).

Hintergrund sind einige Vorgaben aus den aktuellen WCAG 1, die so unklar formuliert sind, dass sich daraus seit Jahren ein nicht enden wollender Diskussionsstoff ergibt. So legen die WCAG 1 und damit auch die hiervon abgeleitete BITV fest: Es sind relative anstelle von absoluten Einheiten in den Attributwerten der verwendeten Markup–Sprache und den Style Sheet-Property-Werten zu verwenden. (BITV Bedingung 3.4). Üblicherweise wird diese Vorgabe so interpretiert, dass Maßangaben in der Einheit Pixel (px) pfui sind.

Nun steht beim W3C aber, daß Pixel eine relative Maßeinheit sind, weil Pixel im Gegensatz zu Zoll, Zenti- und Millimeter kein absolutes Maß haben, sondern lediglich die kleinste Einheit in der Darstellung sind (Pixel kommt von »Picture Element«). In der immer wieder gehörten Argumentationskette folgt dann als nächstes, dass in px angegebene Bemaßungen von Benutzern des Microsoft Internet Explorer nicht geändert werden könnten.

Das Gegenargument ist auch immer das selbe: "Extras" / "Internetoptionen" / "Eingabehilfen" / "Schriftgradangaben auf Webseiten ignorieren". Womit dann sämtliche am Markt verfügbaren Browser diese Option sehr wohl bieten, der Marktführer hat sie in der Werkseinstellung nur gut versteckt. Wenn man sich dann aber mit den Möglichkeiten dieses Browsers befaßt, ist auch schnell der Schalter gefunden, über den man einen neuen Menübefehl zur Schriftskalierung in die Buttonleiste holen kann.

Ähnliche Diskussionen ergeben sich auch immer wieder aus Vorgaben aus den WCAG 1 wie Until user agents allow users …, vor denen uns der Gesetzgeber dankenswerterweise verschont hat. Wann ist dieser Zeitpunkt erreicht? Wenn die Mehrheit der am Markt verfügbaren Browser die beschriebenen Techniken unterstützen? Oder wenn der Marktführer diese ebenfalls unterstützt? Oder, wenn wie im Falle der Blockade von Pop-Ups genügend Werkzeuge wie die kostenlose Google-Toolbar verfügbar sind, die soetwas auch im MS IE ermöglichen?

Was macht man mit Vorgaben wie Internetangebote müssen auch dann nutzbar sein, wenn der verwendete Benutzeragent neuere Technologien nicht unterstützt (BITV Anf. 6), wenn Flash 1 älter als HTML 4 ist und der Flash-Vorläufer FutureSplash ungefähr so alt ist wie HTML 2 (Ende 1995)? Heißt das, Flash muß auch noch dann funktionieren, wenn HTML 4 abgeschaltet ist?

Zwei Australier, Reece Lamshed und John Pierce haben sich die Mühe gemacht, die Richtlinien der Web Accessibility Initiative in eine verdaulichere Form zu bringen. Zielgruppe sind Entwicklungsteams, in denen jeder Beteiligte, vom Kunden über den Projektmanager, Interface Designer, Frontend- und Backend-Entwickler bis zu den Redakteuren genau die Vorgaben herauspicken kann, die seine persönliche Arbeit betreffen. Besonders schön fanden wir die Möglichkeit, den Grad der angestrebten Konformität (A-AAA) einstellen zu können und damit die Komplexität noch weiter zu verringern. Mehr dazu: Accessibility Wizard (benötigt Flash).

Wie bereits berichtet, hat Microsoft kürzlich einen Prozeß um die patentierte Technik zur Einbindung externer dynamischer Formate in Webdokumente verloren. Der Software-Gigant aus Redmond reagiert nun mit einem geänderten Internet Explorer 6 SP1b, der dem Vernehmen nach bereits an Entwickler verteilt wird und als endgültige Fassung im Frühjahr 2004 zum Download bereit stehen wird.

Die aktualisierte Version wird jedesmal einen Dialog präsentieren, wenn der Browser auf einen Tag wie object, embed oder applet trifft; der Benutzer wiederum muss diesen Dialog jedesmal bestätigen. Dies betrifft leider nicht nur zappelnde Rich Media-Werbebanner, sondern sämtliche externen Formate, von Flash und Shockwave über Java, QuickTime und Real bis Acrobat. Wie sich dies auf die Wahrnehmung von Webseiten in Screenreadern und anderen assistiven Werkzeugen auswirken wird, ist noch nicht abzusehen - besser wird es auf jeden Fall nicht.

Ein möglicher Workaround wäre, zukünftig externe Formate zum Beispiel per document.write durch ein externes JavaScript aufzurufen, da diese Methode offensichtlich nicht von diesem Patent abgedeckt ist. Weitere Informationen gibt es bei Macromedia, die wegen der weiten Verbreitung von Flash wohl am meisten von der Problematik betroffen sind: Active Content Developer Center und Active Content FAQ. Gleiches gilt für Apple und QuickTime, hier gibt es eine Anleitung zum Umbau von Webseiten, mehrere Beispieldateien (versteckt im Quelltext) und Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Nun brauchen Sie nicht sofort Ihre Seiten anzupassen, da sich wohl niemand freiwillig den aktualisierten Browser herunterladen wird, sofern nicht gleich noch ein paar der schlimmsten Sicherheitslöcher mit gestopft werden. Allerdings wird dieser IE 6 SP 1b der Standard-Browser in kommenden Versionen des Windows- Betriebssystems werden, so daß spätestens dann eine Menge Nacharbeit für Web-Entwickler fällig wird. Macromedia wird bis dahin aber dem Vernehmen nach ein Werkzeug zur Verfügung stellen, dass diese Aufgabe automatisiert.

Einige schöne Beispiele von konkreten Anwendungen der neuen Accessibility-Features von Flash finden wir unter dem etwas unglücklich gewählten Domainnamen www.flashfuerblinde.de. Die Autorinnen zeigen, wie man mit dem nötigen Fachwissen die wichtigsten Vorgaben der Richtlinien zur Barrierefreiheit erfüllen kann. Voraussetzung: ein halbwegs moderner Screenreader und das aktuelle Flash-PlugIn in einem geeigneten Browser (grafische Browser ohne aufgedeckelten Screenreader funktionieren natürlich auch :-). Besonders gefallen hat uns das Memory-Spiel für blinde Menschen.

Der Screenreader WindowEyes ist soeben in einer neuen Version 4.5 erschienen. Das Programm glänzt mit einer nahezu vollständigen Unterstützung aller Elemente und Attribute, die nach den gängigen Standards im Sinne der Barrierefreiheit in Webseiten eingebaut werden sollten. Dazu gehören die korrekte Interpretation von entsprechend ausgezeichneten Abkürzungen und Akronymen, Accesskeys, Bildbeschreibungen mit longdesc, Zusammenfassungen von Datentabellen (summary) und Identifikation von Kopfzeilen in Tabellen. Eine wichtige Neuerung ist auch die Fähigkeit, kopiergeschützte PDF-Dokumente und die erreichbaren Inhalte von Flash-Filmen auszugeben. Weitere Informationen über die vielen Verbesserungen beim Hersteller GWMicro, wo Sie auch eine Demo-Version herunterladen können.

Just zu dem Zeitpunkt, da PlugIn-Formate angezählt werden, erscheint das nach unserem Kenntnisstand erste automatische Reparatur-Programm, um Flash-basierte Inhalte mit der notwendigen Logik für einen barrierefreieren Zugang zu versehen.

Von HiSoftware gibt es seit einigen Tagen ein Werkzeug namens AccRepair for Flash MX 2004, das den Anwender interaktiv durch die notwendigen Schritte führt, die eine Ausgabe auch in nicht-grafischen Zugangsarten ermöglichen sollen.

Zusammen mit den überarbeiteten Versionen der hauseigenen Programme wie Flash, Fireworks und Dreamweaver hat Macromedia nun auch die neueste Version 7 des Flash Players bereit gestellt. Wenn allerdings das kürzlich ergangene Urteil im Rechtsstreit Eolas gegen Microsoft tatsächlich Bestand haben sollte, könnte dies die letzte Version des verbreiteten Plug-Ins sein. Obwohl zunächst einmal nur der Microsoft Internet Explorer Ziel der Klage war, könnte dieses Urteil auch Auswirkungen auf alle anderen noch verbliebenen Webbrowser haben und die zwangsweise Anpassung von Millionen von Webseiten zur Folge haben.

Bob Regan von Macromedia startet eine Serie, in der die neuen Accessibility-Merkmale von FlashMX 2004 gezeigt werden. Das meiste funktioniert nur mit dem passenden Flash Player (v.7 oder teilweise auch ab Version 6.0r79), wird dafür aber von der aktuellen JAWS 4.5 und WindowEyes ab 4.2 unterstützt. Vom gleichen Autor gibt es auch eine lehrreiche Präsentation über die Accessibility-Merkmale der neuesten Flash-Version und wie man diese effektiv einsetzt: Flash Accessibility Presentation

Dass die Barrierefreiheit einer werblich wirksamen und sehr aufwändig gestalteten Website nicht im Wege steht, sondern sogar hilft, die Zielgruppe zu maximieren, zeigt der Jeans-Hersteller Lee. Erste Tests mit Braillezeile und Screenreader (Dank an Eva Papst) zeigen, dass sich die Site auch mit alternativen Zugangsarten vollständig erkunden lässt, und das, obwohl die Entwickler an vielen Stellen Flash einsetzen. Wenn man die verwendeten Style Sheets abschaltet, kann man in etwa das Ergebnis sehen, das eine nicht-grafische Zugangsmethode produzieren würde.

Weitere interessante Details zur Site finden Sie auf der Seite des Entwicklers Ryan Carver.

Als Folge eines kürzlich verlorenen Gerichtsverfahrens wegen einer Patentverletzung könnte es sein, dass der Softwaregigant aus Redmond eine geänderte Version des Internet Explorers herausgeben muss, bei dem die Fähigkeit zur Darstellung eingebetteter externer Formate stillgelegt ist. Dies beträfe dann sämtliche Formate, die per <object> oder <embed> eingebunden werden, also z. B. Flash-Filme oder Java-Applets, aber auch, wie in XHTML 2 vorgesehen, Images. Angesichts der weitreichenden Folgen, die diese Gerichtsentscheidung auch für sämtliche andere Browser haben könnte, kommt das W3C ganz schön ins Schwitzen und hat dazu bereits ein Ad-hoc-Treffen abgehalten und eine Mailingliste zur Diskussion der Problematik eingerichtet. Weitere Links zum Thema:

Gute Neuigkeiten aus dem Hause Macromedia: die für den Herbst angekündigte neue Version des verbreiteten Autorentools Dreamweaver MX 2004 wird nun endlich alle relevanten Web-Standards korrekt und vollständig unterstützen. Während die Vorgängerversion noch massive Probleme mit der Darstellung moderner CSS-Layouts hat, soll das Werkzeug nun dem Vernehmen nach mit den aktuellen Browsern gleichziehen.

Besonders freut uns natürlich die Ankündigung, dass viele der bisher weit über das Programm verstreuten Accessibility-Hilfen zusammengefasst wurden. Gerade bei der Erstellung komplexer Elemente wie Datentabellen und barrierefreien Formularen gibt es zahlreiche Detailverbesserungen.

Aber nicht nur die Ausgabe wurde optimiert, sondern auch die Bedienung des Programms selbst ist nun erstmals mit Screenreadern wie JAWS oder WindowEyes möglich. Weitere Informationen zu diesem Themenbereich gibt es unter "Macromedia Dreamweaver MX 2004 Accessibility Overview". Im selben Paket wird es auch eine überarbeitete Version von Flash MX geben, dass nun ebenfalls CSS unterstützt. Somit könnte die Veränderung der Präsentation von aussen, also zum Beispiel durch ein benutzerdefiniertes Style Sheet ermöglicht werden, was weiter zur Barrierefreiheit von Flash-Filmen beiträgt.

Flash-Entwickler haben die Notwendigkeit zur Barrierefreiheit traditionell übersehen, zumindest waren sie bisher nicht in der Lage, die Empfehlungen und Techniken der Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) direkt umzusetzen. Ein neuer Artikel im EfA-Magazin beschreibt die Anwendung der WCAG-Checkpunkte und damit der BITV auf die Flash MX Multimedia -Entwicklungsumgebung und diskutiert, wie eine weitgehende Barrierefreiheit durch eine Vielzahl von Techniken erreicht werden kann:

Barrierefreieres Multimedia - Flash MX und die WCAG-Richtlinien.

Der Hersteller von bekannten Werkzeugen wie Flash und Dreamweaver hat eine neue Version des Programms Contribute angekündigt. Das Programm ist auf die Erstellung von Webseiten durch nicht-technisch orientierte Anwender spezialisiert.

Neben der erfreulichen Neuerung, dass Contribute nun auch endlich für den Macintosh verfügbar ist, wartet es mit einigen interessanten Features gerade im Bereich der Barrierefreiheit auf. So wird über die Option Enforce Accessibility sichergestellt, dass kein Bild ohne alternativen Text veröffentlicht werden kann, relative Fontgrößen und logische Textauszeichnungen (also z. B. <em> statt <i>) verwendet oder Zusammenfassungen für Datentabellen bereit gestellt werden.

Auch auf der Eingabeseite hat sich vieles verbessert, so arbeitet die neue Version einwandfrei mit Screenreadern zusammen und ermöglicht damit sehbehinderten oder blinden Menschen die Erstellung von hochwertigen Webinhalten.

In Australien ist soeben die AusWeb03-Konferenz zu Ende gegangen. Wenn Sie einen Stapel Papier zum Lesen mit in den Sommerurlaub nehmen möchten, ist die folgende Liste von hervorragenden Beiträgen zur Veranstaltung sicher genau das Richtige für Sie: