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Aktuelles zum Thema Barrierefreies Webdesign.

07 Feb 2011

1.1.1 Nicht-Text-Inhalt: Alle Nicht-Text-Inhalte, die dem Benutzer präsentiert werden, haben eine Textalternative, die einem äquivalenten Zweck dient, mit Ausnahme der unten aufgelisteten Situationen. (Stufe A)

  • Steuerelemente, Eingabe: Wenn es sich bei dem Nicht-Text-Inhalt um ein Steuerelement handelt oder Eingaben durch den Benutzer akzeptiert, dann hat dieser einen Namen, der seinen Zweck beschreibt. (Beachten Sie Richtlinie 4.1 für zusätzliche Anforderungen an Steuerelemente und Inhalte, die Eingaben durch den Benutzer akzeptieren.)

  • Zeitbasierte Medien: Wenn es sich bei den Nicht-Text-Inhalten um zeitbasierte Medien handelt, dann stellen Textalternativen zumindest eine deskriptive Identifizierung des Nicht-Text-Inhalts bereit. (Beachten Sie Richtlinie 1.2 für zusätzliche Anforderungen an Medien.)

  • Test: Wenn es sich bei dem Nicht-Text-Inhalt um einen Test oder eine Übung handelt, die nichtig wäre, wenn sie als Text dargestellt würde, dann stellen Textalternativen zumindest eine deskriptive Identifizierung des Nicht-Text-Inhalts bereit.

  • Sensorisch: Wenn Nicht-Text-Inhalt hauptsächlich dafür gedacht ist, eine bestimmte Sinneserfahrung zu schaffen, dann stellen Textalternativen zumindest eine deskriptive Identifizierung des Nicht-Text-Inhalts bereit.

  • CAPTCHA: Wenn der Zweck des Nicht-Text-Inhalts der ist zu bestätigen, dass eine Person und nicht ein Computer auf den Inhalt zugreift, dann werden Textalternativen bereitgestellt, die den Zweck des Nicht-Text-Inhalts identifizieren. Außerdem werden alternative Formen von CAPTCHAs bereitgestellt, die Ausgabeformen für verschiedene Arten der sensorischen Wahrnehmung nutzen, um verschiedenen Behinderungen Rechnung zu tragen.

  • Dekoration, Formatierung, unsichtbar: Wenn der Nicht-Text-Inhalt reine Dekoration ist, nur für visuelle Formatierung benutzt wird oder dem Benutzer gar nicht präsentiert wird, dann wird der Inhalt so implementiert, dass er von assistierender Technik ignoriert werden kann.

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Absicht dieses Erfolgskriteriums

Die Absicht dieses Erfolgskriteriums ist es, Informationen, die durch Nicht-Text-Inhalte vermittelt werden, durch die Benutzung einer Textalternative zugänglich zu machen. Textalternativen sind der primäre Weg, um Informationen zugänglich zu machen, weil sie durch jegliche sensorische Modalität (zum Beispiel visuell, auditiv oder taktil gerendert werden können, um zu den Bedürfnissen des Benutzer zu passen. Die Bereitstellung von Textalternativen ermöglicht es, dass die Informationen auf eine Vielzahl von Arten von einer Vielzahl an Benutzeragenten gerendert wird. Zum Beispiel kann einer Person, die kein Bild sehen kann, eine Textalternative laut vorgelesen werden, indem man die synthetische Sprachausgabe benutzt. Für eine Person, die keine Audiodatei hörten kann, kann eine Textalternative angezeigt werden, so dass er oder sie diese lesen kann. In Zukunft werden es Textalternativen auch ermöglichen können, dass Informationen leichter in Gebärdensprache oder in eine einfachere Form der gleichen Sprache übersetzt werden.

Anmerkung zu CAPTCHA

CAPTCHAs sind in der Barrierefreiheits-Community ein strittiges Thema. Wie in dem Artikel Fehlende Barrierefreiheit von CAPTCHAs (Inaccessibility of CAPTCHA, auf englisch) beschrieben, stoßen CAPTCHAs durch ihr Wesen begründet an die Grenzen der menschlichen Fähigkeiten bei dem Versuch, automatisierte Prozesse abzuwehren. Jede Art von CAPTCHAs wird von Benutzern mit bestimmten Behinderungen unlösbar sein. Sie werden allerdings weit verbreitet benutzt und die WCAG-Arbeitsgruppe glaubt, dass, wenn man CAPTCHAs umgehend verbieten würde, dass die Wahl bei Webseiten darauf fallen würde, nicht konform zu WCAG zu sein statt auf CAPTCHAs zu verzichten. Dies würde Barrieren für eine weitaus größere Anzahl an Benutzern mit Behinderungen schaffen. Aus diesem Grund hat die es Arbeitsgruppe vorgezogen, die Anforderungen zu den CAPTCHAs auf eine Art zu strukturieren, welche die Bedürfnisse der meisten Menschen mit Behinderungen erfüllt und dennoch als durch Sites annehmbar betrachtet werden. Das Verlangen zweier verschiedener Arten von CAPTCHAs auf einer bestimmten Site stellt sicher, dass die meisten Menschen mit Behinderungen eine Art finden, die sie benutzen können.

Da einige Benutzer mit Behinderungen immer noch nicht in der Lage sein werden, auf Sites zuzugreifen, die die minimalen Anforderungen erfüllen, stellt die Arbeitsgruppe Empfehlungen für zusätzliche Schritte zur Verfügung. Organisationen, die motiviert sind, WCAG-konform zu sein, sollten sich der Wichtigkeit dieses Themas bewusst sein und sollten so weit wie möglich über die minimalen Anforderungen der Richtlinie hinausgehen. Zusätzliche empfohlene Schritte beinhalten:

  • Die Bereitstellung von mehr als zwei Methoden eines CAPTCHAs

  • Möglichkeit der Kontaktaufnahme zu einem realen Kundendienstmitarbeiter, der den CAPTCHA umgehen kann

  • CAPTCHAs nicht von autorisierten Benutzern verlangen

Zusätzliche Informationen

Nicht-Text-Inhalt kann eine Reihe von Formen annehmen und dieses Erfolgskriterium spezifiziert, wie jede gehandhabt werden muss.

Für Nicht-Text-Inhalt, der nicht durch eine der anderen unten aufgeführten Situationen behandelt wird, wie zum Beispiel Schaubilder, Diagramme, Audioaufnahmen, Bilder und Animationen, können Textalternativen die gleichen Informationen in einer Form zur Verfügung stellen, die durch jede Modalität gerendert werden kann (zum Beispiel visuell, auditiv oder taktil). Kurze und lange Textalternativen können je nach Bedarf benutzt werden, um die Informationen aus dem Nicht-Text-Inhalt zu vermitteln. Bitte beachten Sie, dass hier Dateien mit aufgezeichnetem reinen Audio- und aufgezeichnetem reinen Videoinhalt behandelt werden. Dateien mit reinem Live-Audio und reinem Live-Video werden unten behandelt (siehe 3. Paragraph nach diesem).

Für Nicht-Text-Inhalt, bei dem es sich um ein Steuerelement handelt oder der Eingaben durch den Benutzer erlaubt, wie als Absenden-Schaltfläche benutzte Bilder, Imagemaps oder komplexe Animationen, wird eine Name bereitgestellt, um den Zweck des Nicht-Text-Inhalts zu beschreiben, damit die Person zumindest weiß, um was es sich bei dem Nicht-Text-Inhalt handelt und warum es ihn gibt.

Nicht-Text-Inhalt, bei dem es sich um zeitbasierte Medien handelt, wird durch 1.2 barrierefrei gemacht. Es ist allerdings wichtig, dass Benutzer wissen, was es ist, wenn sie auf einer Seite darauf treffen, damit sie entscheiden können, welche Aktion sie gegebenenfalls ausführen wollen. Daher wird eine Textalternative, welche die zeitbasierten Medien beschreibt und/oder seinen Titel angibt, zur Verfügung gestellt.

Es kann sehr viel schwieriger sein, Textalternativen für reine Live-Audio- und reine Live-Video-Inhalte bereitzustellen, die gleichwertige Informationen wie die reinen Live-Audio- und die reinen Live-Video-Inhalte bereitstellen. Für diese Arten des Nicht-Text-Inhalts stellen Textalternativen eine deskriptive Beschriftung bereit.

Manchmal muss ein Test oder eine Übung teilweise oder komplett in einem Nicht-Text-Format präsentiert werden. Es werden auditive oder visuelle Informationen bereitgestellt, die nicht in Text umgeändert werden können, da der Test oder die Übung unter Benutzung dieses Sinnes durchgeführt werden muss. Zum Beispiel wäre ein Hörtest ungültig, wenn eine Textalternative bereitgestellt würde. Eine Übung zur Weiterentwicklung visueller Fähigkeiten würde gleichermaßen in Textform keinen Sinn ergeben. Und ein Rechtschreibtest mit Textalternativen wäre nicht sehr effektiv. In diesen Fällen sollten Textalternativen bereitgestellt werden, um den Zweck des Nicht-Text-Inhalts zu beschreiben; natürlich würden die Textalternativen nicht die gleichen Informationen bereitstellen, die notwendig sind, um den Test zu bestehen.

Manchmal sind Inhalte hauptsächlich dazu gedacht, eine bestimmte sensorische Erfahrung zu schaffen, die durch Worte nicht komplett zu erfassen ist. Beispiele beinhalten eine Symphonie-Aufführung, Werke visueller Kunst usw. Bei solchen Inhalten kennzeichnen Textalternativen den Nicht-Text-Inhalt zumindest mit einer deskriptiven Beschreibung und, wenn möglich, mit zusätzlichem deskriptivem Text. Wenn der Grund für das Einfügen des Inhalts auf der Seite bekannt ist und beschrieben werden kann, dann ist es hilfreich, diese Informationen beizufügen.

Manchmal gibt es Nicht-Text-Übungen, die benutzt werden um zu beweisen, dass Sie menschlich sind. Um zu vermeiden, dass Spam-Roboter und andere Software Zugriff auf eine Seite erhalten, wird ein Hilfsmittel, das CAPTCHA genannt wird, benutzt. Dieses beinhaltet normalerweise visuelle oder auditive Aufgaben, die über die derzeitigen Fähigkeiten von Web-Robotern hinausgehen. Die Bereitstellung einer Textalternative für diese Aufgaben würde allerdings dazu führen, dass diese von Robotern ausgeführt werden können, wodurch sie ihren eigentlichen Zweck verfehlen würden. In diesem Fall würde eine Textalternative den Zweck des CAPTCHA beschreiben und es würden alternative Formen, die unterschiedliche Modalitäten benutzen, bereitgestellt, um den Bedürfnissen von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen gerecht zu werden.

Manchmal gibt es Nicht-Text-Inhalt, der in Wirklichkeit nicht dazu gedacht ist, vom Benutzer gesehen oder verstanden zu werden. Transparente Bilder, die benutzt werden, um Text auf einer Seite beiseite zu rücken; ein unsichtbares Bild, das dazu benutzt wird, um Nutzungsstatistiken zu verfolgen; und ein Wirbel in der Ecke, der keine Informationen vermittelt, sondern nur einen Leerraum ausfüllt, um einen ästhetischen Effekt zu schaffen; dies sind alles Beispiele dafür. Das Hinzufügen von Textalternativen zu diesen Elementen lenkt Menschen, die Screenreader benutzen, nur vom Inhalt der Seite ab. Den Inhalt aber in keiner Weise zu kennzeichnen wiederum führt dazu, dass Benutzer versuchen zu erraten, worum es sich bei dem Nicht-Text-Inhalt handelt und welche Informationen ihnen wohl fehlen (auch wenn sie in Wirklichkeit nichts verpasst haben). Diese Art des Nicht-Text-Inhalts wird daher so gekennzeichnet oder implementiert, dass assistierende Techniken (AT) ihn ignorieren und dem Benutzer nichts präsentieren.

Konkreter Nutzen von Erfolgskriterium 1.1.1
  • Dieses Erfolgskriterium hilft Menschen, die Schwierigkeiten damit haben, visuelle Inhalte wahrzunehmen. Assistierende Techniken können Text laut vorlesen, ihn visuell darstellen oder ihn in Braille konvertieren.

  • Textalternativen können manchen Menschen helfen, die Schwierigkeiten damit haben, die Bedeutung von Fotografien, Zeichnungen, anderen Bildern (z.B. Strichzeichungen, grafische Designs, Gemälde, dreidimensionale Darstellungen), Diagrammen, Schaubildern, Animationen usw. zu verstehen.

  • Menschen, die taub sind, schwerhörig sind oder die aus irgendeinem Grund Probleme damit haben, Audio-Informationen zu verstehen, können die Textpräsentation lesen. Es gibt eine laufende Forschung in Bezug auf die automatische Übersetzung von Text in Gebärdensprache.

  • Menschen, die taub-blind sind, können den Text in Braille lesen.

  • Darüber hinaus unterstützen Textalternativen die Möglichkeit, nach Nicht-Text-Inhalt zu suchen und Inhalte auf eine Vielzahl von Arten zu einem neuen Zweck zu nutzen.

Beispiele für Erfolgskriterium 1.1.1

(derzeit keine dokumentiert)

  1. Ein Daten-Diagramm

    Ein Balkendiagramm vergleicht, wie viele Widgets im Juni, Juli und August verkauft wurden. Die kurze Beschriftung lautet: „Erste Zahl - Verkäufe im Juni, Juli und August.“ Die längere Beschreibung bezeichnet die Art des Diagramms, stellt eine hochrangige Zusammenfassung der Daten, Trends und Implikationen zur Verfügung, die vergleichbar mit denen des Diagramms sind. Die tatsächlichen Daten werden in einer Tabelle bereitgestellt, wenn dies möglich und praktikabel ist.

  2. Eine Audio-Aufnahme einer Rede

    Der Link zu einem Audio-Clip lautet: „Rede des Vorsitzenden auf der Versammlung.“ Direkt auf den Link zu dem Audio-Clip folgend wird ein Text-Transkript bereitgestellt.

  3. Eine Animation, die zeigt, wie ein Automotor funktioniert

    Eine Animation zeigt, wie ein Automotor funktioniert. Es gibt kein Audio und die Animation ist Teil eines Tutorials darüber, wie ein Motor funktioniert. Da der Text des Tutorials schon eine vollständige Erklärung bereitstellt, ist das Bild eine Alternative für Text und die Textalternative beinhaltet nur eine kurze Beschreibung der Animation und verweist auf den Text des Tutorials für weitere Informationen.

  4. Eine Verkehrs-Webkamera

    Eine Website erlaubt es Benutzern, aus einer Vielzahl von Webkameras auszuwählen, die in einer Großstadt verstreut aufgestellt sind. Nachdem eine Kamera ausgewählt wurde, aktualisiert sich das Bild alle zwei Minuten. Eine kurze Textalternative bezeichnet die Webkamera als „Verkehrs-Webkamera.“ Die Site stellt außerdem eine Tabelle mit Fahrzeiten für jede der Routen, die von den Webkameras abgedeckt wird, bereit. Die Tabelle wird ebenfalls alle zwei Minuten aktualisiert.

  5. Eine Fotografie eines historischen Ereignisses in einer Nachrichtenmeldung

    Eine Fotografie von zwei Weltführern, die sich die Hände schütteln, begleitet eine Nachrichtenmeldung über ein internationales Gipfeltreffen. Die Textalternative lautet: „Präsident X aus dem Land X gibt Premierminister Y aus dem Land Y die Hand.“

  6. Eine Fotografie eines historischen Ereignisses in Inhalt, in dem diplomatische Beziehungen besprochen werden.

    Das gleiche Bild wird in einem anderen Zusammenhang benutzt mit der Absicht, Nuancen bei diplomatischen Begegnungen zu erläutern. Das Bild des Präsidenten, der dem Premierminister die Hand gibt, erscheint auf einer Website, auf der komplizierte diplomatische Beziehungen besprochen werden. Die erste Textalternative lautet: „Präsident X aus dem Land X gibt Premierminister Y aus dem Land Y am 22. Januar 2009 die Hand.“ Eine zusätzliche Textalternative beschreibt sowohl den Raum, in dem die Oberhäupter stehen, als auch den Ausdruck auf den Gesichtern der Oberhäupter und identifiziert die anderen Menschen in dem Raum. Die zusätzliche Beschreibung kann auf der gleichen Seite wie die Fotografie hinzugefügt werden oder in einer separaten Datei, die mit dem Bild durch einen Link oder einen anderen standardmäßigen programmtechnischen Mechanismus verbunden wird.

  7. Eine Audio-Aufnahme einer Pressekonferenz

    Eine Webseite enthält einen Link zu einer Audio-Aufnahme einer Pressekonferenz. Der Linktext kennzeichnet die Audio-Aufnahme. Die Seite verlinkt außerdem zu einem Text-Transkript der Pressekonferenz. Das Transkript beinhaltet eine wortgetreue Aufnahme von allem, was die Sprecher sagen. Es kennzeichnet sowohl, wer gerade spricht, als auch andere signifikante Geräusche, die Teil der Aufnahme sind, wie beispielsweise Applaus, Gelächter, Fragen aus der Zuhörerschaft usw.

  8. Eine E-Learning-Anwendung

    Eine E-Learning-Anwendung benutzt Geräuscheffekte um anzuzeigen, ob die Antworten richtig sind oder nicht. Der Glockenton weist darauf hin, dass die Antwort korrekt ist und der Piepston weist darauf hin, dass die Antwort falsch ist. Es wurde außerdem eine Textbeschreibung hinzugefügt, so dass Menschen, die nicht hören oder das Geräusch nicht verstehen können, nachvollziehen können, ob die Antwort richtig oder falsch ist.

  9. Ein verlinkte Miniaturansicht eines Bildes

    Eine Miniaturansicht des Bildes der Titelseite einer Zeitung verlinkt zu der Homepage der „Smallville Times“. Die Textalternative lautet „Smallville Times“.

  10. Das gleiche Bild, auf verschiedenen Sites benutzt

    Unterschiedliche Alternativen für ein Bild der Welt: Ein Bild der Welt, das auf einer Reise-Site als Link zum Bereich mit internationalen Reisen benutzt wird, hat die Textalternative „Internationale Reisen“. Das gleiche Bild wird als Link auf einer Universitäts-Website mit der Textalternative „Internationale Universitätsgelände“ benutzt.

  11. Eine Imagemap

    Ein Bild des Grundrisses eines Gebäudes ist interaktiv und erlaubt es so dem Benutzer, einen bestimmten Raum auszuwählen und zu einer Seite zu navigieren, die Informationen über diesen Raum enthält. Eine kurze Textalternative beschreibt das Bild und seinen interaktiven Zweck: „Grundriss des Gebäudes. Wählen Sie einen Raum für weitere Informationen.“

Techniken und Fehler für Erfolgskriterium 1.1.1 - Nicht-Text-Inhalt

Jeder nummerierte Punkt in diesem Abschnitt repräsentiert eine Technik oder eine Kombination von Techniken, welche die WCAG-Arbeitsgruppe für ausreichend zur Erfüllung dieses Erfolgskriterium hält. Die aufgelisteten Techniken erfüllen das Erfolgskriterium nur dann, wenn alle WCAG 2.0 Konformitätsbedingungen erfüllt wurden.

Ausreichende Techniken

Anweisungen: Wählen Sie unten die Situation aus, die Ihrem Inhalt entspricht. Jede Situation beinhaltet nummerierte Techniken (oder Kombinationen von Techniken), welche die Arbeitsgruppe als ausreichend für diesen Sachverhalt erachtet.

Situation A: Wenn eine kurze Beschreibung den gleichen Zweck erfüllen und die gleichen Informationen präsentieren kann wie der Nicht-Text-Inhalt:
  1. G94: Bereitstellung einer kurzen Textalternative für Nicht-Text-Inhalte, die den gleichen Zweck erfüllt und die gleichen Informationen präsentiert wie der Nicht-Text-Inhalt, indem eine der unten aufgeführten Techniken zu kurzen Textalternativen benutzt wird

Situation B: Wenn eine kurze Beschreibung nicht den gleichen Zweck erfüllt und die gleichen Informationen präsentieren kann wie der Nicht-Text-Inhalt (z.B. ein Schaubild oder ein Diagramm):
  1. G95: Bereitstellung kurzer Textalternativen, die eine kurze Beschreibung der Nicht-Text-Inhalte geben, indem eine der unten aufgeführten Techniken zu kurzen Textalternativen benutzt wird UND eine der folgenden Techniken für eine lange Beschreibung:

Situation C: Wenn es sich bei dem Nicht-Text-Inhalt um ein Steuerelement handelt oder Eingaben durch den Benutzer akzeptiert werden:
  1. G82: Bereitstellung einer Textalternative, die den Zweck des Nicht-Text-Inhalts bezeichnet, indem eine der unten aufgeführten Techniken zu kurzen Textalternativen benutzt wird

  2. H44: Benutzung von Label-Elementen, um Text-Label mit den Steuerelementen eines Formulars zu assoziieren (HTML)

  3. H65: Benutzung des title-Attributs, um Formular-Steuerelemente zu kennzeichnen, wenn das Label-Element nicht benutzt werden kann (HTML)

  4. FLASH32: Benutzung der automatischen Beschriftung (auto labeling), um Text-Label mit Formular-Steuerelementen zu verknüpfen (Flash)

  5. FLASH29: Festlegung der Eigenschaft „Beschriftung“ (label) für Formular-Komponenten (Flash)

  6. FLASH25: Beschriftung eines Formular-Steuerelementes durch Festlegung seines barrierefreien Namens (Flash)

  7. FLASH30: Festlegung von barrierefreien Namen für Bild-Schaltflächen (Flash)

  8. FLASH27: Bereitstellung von Beschriftungen (Labels) für Schaltflächen, die den Zweck einer Schaltfläche beschreiben (Flash)

  9. FLASH6: Erstellung barrierefreier Hotspots durch die Benutzung unsichtbarer Schaltflächen (Flash)

Situation D: Wenn es sich bei dem Nicht-Text-Inhalt um zeitbasierte Medien handelt (einschließlich reines Live-Video und reines Live-Audio); ein Test oder eine Übung, die nichtig wäre, wenn sie als Text dargestellt würde; oder hauptsächlich dazu gedacht, eine bestimmte Sinneserfahrung zu schaffen:
  1. Bereitstellung einer beschreibenden Beschriftung, indem eine der unten aufgeführten Techniken zu kurzen Textalternativen benutzt wird

  2. G68: Bereitstellung einer beschreibenden Beschriftung, die den Zweck des reinen Live-Video- und des reinen Live-Audio-Inhalts beschreibt, indem eine der unten beschriebenen Techniken zu kurzen Textalternativen benutzt wird

  3. G100: Bereitstellung des allgemein üblichen Namens oder eines beschreibenden Namens für Nicht-Text-Inhalt indem eine der unten aufgeführten Techniken zu kurzen Textalternativen benutzt wird

Situation F: Wenn der Nicht-Text-Inhalt von assistierenden Techniken ignoriert werden sollte:
  1. Implementierung oder Kennzeichnung des Nicht-Text-Inhalts auf eine Weise, dass er von assistierenden Techniken ignoriert wird, indem eine der unten aufgeführten Technik-spezifischen Techniken benutzt wird

Techniken zu kurzen Textalternativen für die Benutzung in den oben genannten ausreichenden Techniken
  1. H36: Benutzung von alt-Attributen bei Bildern, die als submit-Schaltflächen benutzt werden (HTML)

  2. H2: Kombination nebeneinander liegender Bild- und Textlinks für die gleiche Ressource (HTML)

  3. H37: Benutzung von alt-Attributen bei img-Elementen (HTML)

  4. H35: Bereitstellung von Textalternativen bei applet-Elementen (HTML)

  5. H53: Benutzung des body des object-Elements (HTML)

  6. H24: Bereitstellung von Textalternativen für die area-Elemente bei Image Maps (HTML)

  7. H86: Bereitstellung von Textalternativen für ASCII Art, Emoticons und Leetspeak (Ersetzung von Buchstaben durch Ziffern oder Sonderzeichen) (HTML)

  8. FLASH28: Bereitstellung von Textalternativen für ASCII Art, Emoticons und Leetspeak (Ersetzung von Buchstaben durch Ziffern oder Sonderzeichen) in Flash (Flash)

  9. H30: Bereitstellung eines Linktextes, der den Zweck eines Links bei anchor-Elementen beschreibt (HTML)

  10. G196: Benutzung einer Textalternative bei einem Teil innerhalb einer Gruppe von Bildern, die alle Teile der Gruppe beschreibt

  11. FLASH1: Festlegung der Eigenschaft „Name“ für ein Nicht-Text-Objekt (Flash)

  12. FLASH5: Kombination nebeneinander liegender Bild- und Textschaltflächen für die gleiche Ressource (Flash)

Zusätzliche Techniken (empfohlen) für 1.1.1

Obwohl sie für die Konformität nicht erforderlich sind, so sollten die folgenden zusätzlichen Techniken dennoch in Betracht gezogen werden, um den Inhalt barrierefreier zu machen. Nicht alle Techniken können in allen Situationen benutzt werden oder wären in allen Situationen effektiv.

Allgemeine Techniken für informative Nicht-Text-Inhalte (empfohlen)
  • Kennzeichnung von informativen Nicht-Text-Inhalt (zukünftiger Link)

  • Kurze Beschreibungen kurz halten (zukünftiger Link)

  • Beschreibung von Bildern, die Text enthalten (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung einer längeren Beschreibung, wenn nur eine beschreibende Beschriftung erforderlich ist, indem eine der oben aufgeführten technik-spezifische Techniken (für eine die Barrierefreiheit unterstützende Technik zum Inhalt) für lange Beschreibungen benutzt wird (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung unterschiedlicher Größen für Nicht-Text-Inhalt, wenn es für diesen keine äquivalente, barrierefreie Alternative gibt (zukünftiger Link)

  • Benutzung von server-seitigen Scripts, um Bilder eines Text in ihrer Größe zu verändern (zukünftiger Link)

Allgemeine Techniken für Live Nicht-Text-Inhalt (empfohlen)
  • Verlinkung zu Informationen in Textform, die vergleichbare Informationen geben (z.B. könnte eine Stadtverwaltung für eine Verkehrs-Webcam einen Link zum Verkehrsbericht in Textform anbieten.) (zukünftiger Link)

Allgemeine Techniken, um die Barriere von CAPTCHAs zu minimieren
  • Bereitstellung von mehr als zwei CAPTCHA-Methoden (zukünftiger Link)

  • Bereitstellung eines Zugriffs auf einen menschlichen Vertreter des Kundendienstes, der das CAPTCHA umgehen kann (zukünftiger Link)

  • Bei autorisierten Benutzern keine CAPTCHAs verlangen (zukünftiger Link)

HTML-Techniken (empfohlen)
CSS-Techniken (empfohlen)
WAI-ARIA-Techniken (empfohlen)
  • Benutzung der ARIA Presentation Role um anzuzeigen, dass Elemente nur zur Darstellung sind (zukünftiger Link)

Metadata-Techniken (empfohlen)
  • Benutzung von Metadaten, um Text-Transkriptionen mit einem Video zu verbinden (zukünftiger Link)

  • Benutzung von Metadaten, um Text-Transkriptionen mit reinem Audioinhalt zu verbinden (zukünftiger Link)

    • BEISPIEL: Bereitstellung von URI(s), in Metadaten, die auf eine Audio-Beschreibung und auf ein Text-Transkript eines Videos hinweisen.

    • BEISPIEL: Bereitstellung von URI(s), in Metadaten, die auf mehrere Transkripte (Englisch, Französisch, Niederländisch) einer Audiodatei hinweisen.

Verbreitete Fehler bei Erfolgskriterium 1.1.1

Im Folgenden finden Sie verbreitete Fehler, die von der WCAG-Arbeitsgruppe als Scheitern an Erfolgskriterium 1.1.1 betrachtet werden.

Schlüsselbegriffe

CAPTCHA

Initialwort für „Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart“

Anmerkung 1: CAPTCHA-Tests beinhalten oft die Aufforderung an den Benutzer, Text einzugeben, der in einem undeutlichen Bild angezeigt oder als verzerrte Audiodatei ausgegeben wird.

Anmerkung 2: Ein Turing-Test ist jedes System von Tests, das dazu entwickelt wurde, Menschen von einem Computer zu unterscheiden. Es wurde nach dem berühmten Computer-Wissenschaftler Alan Turing benannt. Der Begriff wurde von Forschern an der Carnegie Mellon University geprägt. [CAPTCHA]

Assistierende Technik (wie in diesem Dokument benutzt) (assistive technologies (as used in this document))

Hardware und/oder Software, die als Benutzeragent fungiert oder die mit einem gängigen Benutzeragenten zusammenarbeitet, um Funktionalität zur Verfügung zu stellen, damit die Anforderungen von Benutzern mit Behinderungen erfüllt werden, die über jene hinausgehen, die von gängigen Benutzeragenten angeboten werden.

Anmerkung 1: Funktionalitäten, die von assistierenden Techniken bereitgestellt werden, beinhalten alternative Präsentationen (z.B. als synthetische Sprachausgabe oder vergrößerte Inhalte), alternative Eingabemethoden (z.B. Sprache), zusätzliche Navigations- oder Orientierungsmechanismen und Inhaltstransformationen (z.B. um Tabellen barrierefreier zu machen).

Anmerkung 2: Assistierende Techniken tauschen Daten und Nachrichten mit gängigen Benutzeragenten oft durch die Benutzung und die Beobachtung von APIs aus.

Anmerkung 3: Die Abgrenzung zwischen gängigen Benutzeragenten und assistierenden Techniken ist nicht absolut. Viele gängige Benutzeragenten stellen einige Funktionen bereit, um Menschen mit Behinderungen zu unterstützen. Der grundlegende Unterschied besteht darin, dass gängige Benutzeragenten ein breites und verschiedenartiges Publikum als Zielgruppe haben, die normalerweise Menschen mit und ohne Behinderungen beinhaltet. Assistierende Techniken haben als Zielgruppe genau definierte Populationen von Benutzern mit bestimmten Behinderungen. Die Unterstützung, die durch assistierende Techniken bereitgestellt wird, ist spezifischer und entspricht den Bedürfnissen ihrer Zielgruppe. Der gängige Benutzeragent kann den assistierenden Techniken wichtige Funktionalitäten zur Verfügung stellen, wie das Abrufen von Webinhalten aus Programmobjekten oder das Aufgliedern von Markup in identifizierbare Datenstrukturen.

Beispiel: Assistierende Techniken, die im Zusammenhang mit diesem Dokument wichtig sind, beinhalten die folgenden:

  • Vergrößerungssoftware und andere visuelle Leseassistenten, die von Menschen mit visuellen, wahrnehmungsbedingten und körperlichen Einschränkungen in Bezug auf die Nutzung gedruckter Medien benutzt werden, um Schriftart, Größe, Spationierung, Textfarbe oder die Synchronisierung von Text mit Sprache usw. zu ändern, damit die visuelle Lesbarkeit von gerendertem Text oder Bildern verbessert wird;

  • Screenreader, die von blinden Menschen benutzt werden, um Informationen in Textform durch synthetische Sprachausgabe oder Braille zu lesen;

  • Sprachausgabe-Software (Text-to-Speech-Software), die von manchen Menschen mit kognitiven, Sprach- oder Lernbehinderungen benutzt wird, um Text in synthetische Sprachausgabe zu konvertieren;

  • Spracherkennungssoftware, die von Menschen mit Körperbehinderungen benutzt werden kann;

  • Alternative Tastaturen, die von Menschen mit bestimmten Körperbehinderungen benutzt werden, um die Tastatur zu simulieren (einschließlich alternativer Tastaturen, die über Kopfsteuerungen, Einzelschalter, Saug- und Blassteuerungen und andere besondere Eingabegeräte bedient werden);

  • Alternative Zeigegeräte, die von Menschen mit bestimmten Körperbehinderungen benutzt werden, um das Zeigen mit der Maus und die Aktivierung von Schaltflächen zu simulieren.

Name (name)

Text, mit dem Software eine Komponente innerhalb des Webinhalts für den Benutzer bezeichnen kann.

Anmerkung 1: Der Name kann versteckt sein und nur von assistierenden Techniken gezeigt werden, wobei eine Beschriftung (Label) allen Benutzern gezeigt wird. In vielen (aber nicht allen) Fällen sind Name und Beschriftung gleich.

Anmerkung 2: Dies steht nicht im Zusammenhang mit dem name-Attribut in HTML.

Nicht-Text-Inhalte (non-text content)

Jeglicher Inhalt, der keine Buchstabenfolge ist und der durch Software bestimmt werden kann oder bei dem die Abfolge etwas nicht in menschlicher Sprache ausdrückt.

Anmerkung: Dies beinhaltet ASCII Art (ein Muster von Buchstaben), Emoticons, Leetspeak (Ersetzung von Buchstaben durch Ziffern oder Sonderzeichen) und Bilder, die Text repräsentieren.

Reine Dekoration (pure decoration)

Dient nur einem ästhetischen Zweck, stellt keine Informationen bereit und hat keine Funktionalität.

Anmerkung: Text ist nur rein dekorativ, wenn die Wörter umgestellt oder ersetzt werden können, ohne dass der Zweck verändert wird.

Beispiel: Auf der Titelseite eines Wörterbuchs stehen beliebige Wörter in einem sehr hellen Text im Hintergrund.

Bestimmte Sinneserfahrung (specific sensory experience)

Eine Sinneserfahrung, die weder rein dekorativ ist, noch in erster Linie wichtige Informationen vermittelt oder eine Funktion ausführt.

Beispiel: Beispiele beinhalten die Vorführung eines Flötensolos, Arbeiten visueller Kunst usw.

Text

Eine Abfolge von Zeichen, die durch Software bestimmt werden kann, wobei die Abfolge etwas in menschlicher Sprache ausdrückt.

Textalternative (text alternative)

Text, der durch Software mit Nicht-Text-Inhalt verknüpft ist oder Text, auf den von einem Text aus verwiesen wird, der durch Software mit Nicht-Text-Inhalt verknüpft ist. Durch Software verknüpfter Text ist Text, dessen Position über den Nicht-Text-Inhalt durch Software bestimmt werden kann.

Beispiel: Ein Bild eines Diagramms wird textlich in dem Absatz nach dem Diagramm beschrieben. Die kurze Textalternative für das Diagramm deutet an, dass eine Beschreibung folgt.

Anmerkung: Für weitere Informationen beachten Sie Textalternativen verstehen.


N.B.: Bitte beachten Sie, dass es sich bei diesen Text um die Übersetzung des englischen Originals bei www.w3.org/TR/UNDERSTANDING-WCAG20/ handelt. Wenn sie Fehler bei der Lektüre finden oder Verbesserungsvorschläge haben, können Sie diese gerne in den Kommentaren hinterlassen.

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