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Aktuelles zum Thema Barrierefreies Webdesign.

11 Sep 2009

Wenn Sie eine tagewochenlange Diskussion unter Webentwicklern lostreten wollen, dann müssen Sie nur mal in einem Forum oder bei Twitter die Frage stellen, ob man mehr als eine <h1> pro Seite verwenden darf, und wenn ja, wofür. Danach können Sie sich entspannt zurücklehnen und Wetten auf den Zeitpunkt abschliessen, an dem die Diskussion vollends aus dem Ruder läuft.
Dabei findet die ganze Diskussion nur deshalb statt, weil es historisch bedingte Lücken in der HTML-Spezifikation gibt. Warum das so ist, wo diese Lücken sind und wo sie herkommen, was man dagegen machen kann und wie das Thema in Zukunft aussehen wird zeigt der Artikel »Passende Überschrift hier einsetzen«.

Kommentare zu dieser Meldung: 5

Permalink Alp Uçkan meinte am 11.09.2009:

Hier kann man sein Kleingeld zur Debatte abgeben ;-) www.h1debate.com

Permalink Dirk Jesse meinte am 11.09.2009:

Danke für den Überblick zum Stand der Dinge. Speziell zum Thema HTML5 und der dort angedeuteten "Lösung" des Überschriftenproblems stellen jedoch sofort einige Fragen:

Sobald der Browser eigenständig eine H1 innerhalb einer section in eine H2 umwandelt, stimmt das DOM nicht mehr mit dem Markup überein. Es stellt sich die Frage, wie man als Webentwickler per CSS die Überschriften dann gestalten soll? Da der Browser ja mit Sicherheit nicht auch das CSS deuten und uminterpretieren kann, würde die Regel section h1 {...} in dem vorgestellten Codebeispiel ins Leere laufen. Als Autor geht mir damit jegliche schnelle Prüfmöglichkeit verloren. Zudem könnte das section-Element bedingt durch Markupfehler in der Hierarchie des DOMs verrutschen und die H1 nochmals anders interpretiert werden.

Ich frage mich, ob das wirklich so gewollt ist? Und falls ja, wie man dem daraus resultierenden CSS-Dilemma begegnet? Zudem wäre damit auch jegliche Abwärtskompatibilität zu HTML4 dahin, man hat als Autor nur noch begrenzt Kontrolle über das entstehende DOM. Selbst JavaScript-Zugriffe auf diese Elemente würden zu einem Lottospiel.

Die Idee ist im Prinzip nicht schlecht, denn sie löst - auf das Markup bezogen - die angesprochenen Probleme auf eine angenehme Weise. Die Realisierung jedoch, das DOM umzuschreiben und damit das Markup nicht nur zu ergänzen (wie beispielsweise bei Tabellen üblich) sondern wirklich Elemente umzuschreiben, halte ich für fragwürdig - zumindest aber, nicht zuende gedacht.

Das Umschreiben im DOM würde ja auch bedeuten, dass der Browser mehr als 6 Überschriftenelemente kennen müsste, denn sowohl außerhalb der section als auch innerhalb der section stehen mir im Markup ja H1-H6 zur Verfügung. Aus einer H6 innerhalb einer section müsste im DOM also ein H7 werden. Ist das so gewollt?

Wäre es nicht sinnvoller, wenn das Aufdröseln der Hierarchie ein Parser übernähme, der das DOM lediglich ausliest und interpretiert?

Permalink spanky meinte am 11.09.2009:

Vielleicht helfen bei der Entscheidungsfindung, wie man die Überschriften-Tags richtig einsetzt auch Erwägungen aus dem Bereich der Suchmaschinenoptimierung:
http://www.sistrix.de/news/613-ranking-faktoren-h1-bis-h6-im-detail.html Ranking-Faktoren: H1 bis H6 im Detail

Permalink Siegfried meinte am 15.09.2009:

Ich halte Nix davon, dass irgendeine Software mein Markup "uminterpretiert". Wenn ich ein bestimmtes markup so und nicht anders mache, dann hat das seinen Grund. Diesen Grund kann eine Software nicht wissen.

Andererseits gibt es schon länger eine interessante Alternative, die auch die Limitierung auf 6 Überschriftenstufen umgeht: das title Attribut. Man könnte einen beliebigen Block mit einem title Attribut versehen, diesen per css dem Block voranstellen als Überschrift, und hätte gleichzeitig sichergestellt, dass der Titel dem Block eindeutig zugeordnet wird. Damit entfiele die Notwendigkeit der Hx Elemente komplett :)

Permalink Alex meinte am 12.10.2009:

In diversen SEO-Foren ist auch immer öffter die Rede das H1 weniger wert sein soll als die H2-H6 womit sich die Diskussion erübrigen würde.

Gruß